Mit Mohnblüten betreibt er Alchemie in der Malerei |
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| Bern: 6. März bis 4. April 2010 | ||
Die Galerie Christine Brügger zeigt zurzeit schwebende Gegenstände, mysteriöse Porträts und «Trompe-l’œils». Der mexikanische Künstler Ricardo Carbajal Moss (65) liebt wie einst die Renaissance-Künstler Geheimnisse. |
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![]() Poppies, 2009
Woman 10, 2010
She Said Yes the First Time, 2010 |
Galerie Christine Brügger
Ricardo Carbajal Moss
Eine Porträtgalerie mit kleinen Frauengesichtern auf dunklem Grund lädt zum Spekulieren ein: Die Damen lassen sich weder zeitlich noch örtlich klar einordnen, wenige Accessoires, wie ein Hut oder ein Schleier, oder auch Symbole wie eine Kirsche oder eine Eichel, lassen Schlüsse auf ihre Vorlieben oder Berufe zu. Es sind fiktive Persönlichkeiten, der Fantasie des Symbolisten Ricardo Carbajal Moss entsprungen, der seine verschlüsselten Motive so präzise malt wie einst die alten Meister. Bereits in Gemälden der Renaissance und des Manierismus gab es ein intellektuelles Publikum, das sich daran erfreute, in Bildern Geheimnisse oder versteckte Bedeutungen zu entdecken und Sinnestäuschungen, so genannte «Trompe-l’œils», schätzte. An diese Tradition knüpft der in Mexiko geborene, lange Zeit in Kalifornien lebende und nun in der Ostschweiz ansässige Künstler Ricardo Carbajal Moss an. Er stellt die Frauen vor, als gäbe es sie wirklich. «Das ist Rominia, sie kommt aus Rom und lebte 2000 Jahre vor Christi Geburt». Mit Bleistift hat er bei jeder Porträtierten ein paar Sätze zu Leben und Persönlichkeit hingekritzelt. Die morgenländisch anmutende Yoko ist Hutmacherin, Maliza die Mutter von fünf Hexenmeistern. Manche Figuren haben eine entblösste Brust wie man es von Madonnendarstellungen kennt, andere wirken durch leicht asymmetrische Gesichtszüge oder einem im Dunklen liegenden Auge ziemlich unheimlich. «She ist not happy», ergänzt Moss bei der einen oder anderen Gestalt. Alle Porträts wirken, als hätte man sie mit einem Klebestreifen auf dem Bildhintergrund befestigt. Das ist eine gekonnte optische Täuschung: Das alles ist reine Malerei. Starke Symbole Schwebende Objekte
Helen Lagger
Berner Zeitung AG |
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12.03.2010
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